Informationsblätter




Bei der Vorbereitung dieser Infoblätter für Angehörige von Patienten mit Alzheimer und damit verbundenen Leiden haben wir uns oft gefragt, ob wir nicht unserer Absicht entgegen handeln und statt Hilfe zu vermitteln, womöglich noch weitere Frustrationen hervorrufen: Bestimmte Hinweise kennen die pflegenden Angehörigen leider selbst schon zur Genüge, und andere Ratschläge mögen in einzelnen Situationen derart abwegig erscheinen, dass sie eher Gegenwehr hervorrufen könnten.

Es ist jedoch klar, dass diese Hinweise sich an alle richten müssen, während jeder kranke Angehörige einen Fall für sich darstellt und sich verschiedene Gefühlssituationen entwickeln, die von der jeweiligen Krankheitsphase abhängen.

Wir glauben, dass diese Infoblätter dennoch vor allem im Anfangsstadium der Krankheit hilfreich für die Angehörigen sind, die leider mit einer Situation rechnen müssen, die ihr Leben umkrempeln wird.

Es ist jedenfalls ratsam, sich bald darüber im Klaren zu sein, dass man mit einer Krankheit fertig werden muss, die zu einer ständiger Rückentwicklung des geliebten Menschen führt: Dieser wird nämlich eines Tages auch seine Familienmitglieder, ja sogar sich selbst nicht mehr wieder erkennen. Er wird also immer mehr Hilfe brauchen, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie dauernd in Anspruch genommen wird.

Diese Aussichten sollte der Angehörige sich um so mehr vor Augen führen, je näher ihm dieser Mensch steht: der/die Kranke muss akzeptiert werden! Das daraus folgende Verhalten hängt wieder von den Einzelnen und dem Grad dessen ab, was für sie tragbar ist, nicht zuletzt in Hinblick auf alle möglichen logistischen und finanziellen Nebenerscheinungen.

Es ist nämlich leicht, den Angehörigen zu raten, sie sollten sich doch an den Hauspflegedienst oder an die Grüne Notruf-Nummer der Seniorenhilfe wenden oder eine Pflegeperson suchen, die sie bei sich zu Hause aufnehmen können, damit sie die Pflege bewältigt. Die ersten Hinweise mögen zwar auch Erfolg haben, doch gerade der letzte ist oft unrealisierbar. Nicht einmal die Tagesstätten verfügen derzeit über angemessene Strukturen für bestimmte Bedürfnisse.

Es gibt aber die Möglichkeit, die Kranken zeitweilig in einer passenden Struktur unterzubringen, damit man sich eine Zeit lang Erleichterung verschaffen kann: Ein guter Rat, den man beherzigen und besoders im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit ohne Schuldgefühle nützen sollte! Schließlich bleibt noch das Altenheim. In dieser Hinsicht wäre manches Vorurteil abzubauen, und wenn man sich einmal zu dieser Entscheidung durchgerungen hat, heißt die Antwort meistens: "Warteliste".

Und die Medikamente? Noch ist kein Medikament entdeckt worden, das diese Krankheit heilen könnte! Eines Tages vielleicht... Wie es heute steht, muss man mit dieser Krankheit fertig werden, die immerhin noch nicht die Schlimmste aller Krankheiten ist, auch wenn sie Frustrationen und Streitigkeiten unter den pflegenden Angehörigen und Aggressivität bei den Kranken auslöst: Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass der/die Kranke Streit und Wutanfälle viel schneller vergisst als der/die Betreuerln.

Unsere Gesellschaft ist aus der Hoffung heraus enstanden, Ihnen eine nützliche Hilfestellung bieten zu können, die dem Verständnis von selbst Betroffenen entspringt.


Neue Infoblätter 2011: